Gegen 13 Uhr komme ich in Novi Pazar an. Ich Parke in einer Nebenstraße gleich in den ersten Parkplatz den ich sehe.
Kaum hab ich den Motor abgestellt und schaue mir gerade auf der Map den besten Weg zur Innenstadt an, da spüre ich ein leichtes Wackeln in Rosali.
4-5 Junge Serben finden es wohl lustig mit ihren dreckigen Händen Rosali zu betaschen. Erst als sie mich am Steuer gesehen haben sind sie erschrocken und rennen weg. Es ist wohl nicht nur die Schuld der Jungen, sondern viel mehr der Eltern, die dem Nachwuchs keinen Respekt vor anderem Eigentum vermitteln.
Der Verkehr ist so chaotisch wie in Albanien, mit dem Unterschied, dass in Albanien die Leute winken, sich entschuldigen, wenn sie einen Fehler machen. Der Serbe sitzt mit einem virtuellen Messer zwischen den Zähnen am Steuer. Je größer und teuerer das Auto, desto Dümmer verhalten sich die Fahrer.
Irgendwann komme ich auch ins Zentrum und in die Fußgängerzone. Dort finde ich auch einen Geldautomaten um Serbisch Dinar (117Dinar zu 1€), was etwa so viel wie Albanische Lek Wert sind, zu tauschen.



1911 wussten sie noch, wie man schöne Häuser bauten.
Ich bin von der Sauberkeit, Gastfreundlichkeit und Gebäude nicht besonders begeistert. Überall liegt Dreck herum, unzählige Plastikflaschen, -tüten verstreut und bei vielen Häusern stehen leere Bierkisten vor dem Haus.

Serbisch Hochzeit 
Ich komme trotzdem noch an einer Hochzeitsgesellschaft vorbei, an der eine Band zum Tanze aufspielt. Anschließend wird auch hier der Brautstrauß geworfen. Der Brautvater gibt mir ein Bonbon, was ich unheimlich nett empfand 😉
Meine Versuche gemahlenem Kaffee zu erstehen, welcher nicht den fein Grad von Türkisch Kaffee hat, scheitern leider erbärmlich. In vier Läden habe ich es versucht, aber leider Erfolglos. In einem Laden saßen zwei Frauen, aber auf die Idee zu kommen mir zu helfen kam keine, eine hat immer den Kopf geschüttelt und die andere hat mich mit Kuhaugen angeschaut. Und im Laden gab es nichts anderes wie Kaffee 😦
gemahlen Kaffee für die Maschine, kein türkischer kaffee
млевена кафа за машину, без турске кафе
Naja, letzt endlich finde ich wenigstens einen Bäcker, der mir zwei Frische Brötchen für zusammen 40Dinar verkauft.
Etwas später lockte mich der Geruch von Essen in ein Geschäft. Hier, in einer alten Bäckerei, werden Hähnchen, Lamm und Rind? gebraten und nach Gewicht verkauft. Ich zahle 1100Dinar für 600g.


Ich habe vom Mittlerem, Lamm, genommen.
Ich wollte schon zu Rasali gehen, da fällt mir noch der Tip von Matthias ein, dass ich hier unbedingt Chivapchichi probieren muss, also bestelle ich noch etwas, für 250Dinar, was auch sehr lecker schmeckt! – danke für den Tip! 😉

Bei der Rausfahrt kommt es immer wieder zur totalen Stau, weil jemand in der zweiten Reihe parkt, oder halb auf dem Gehweg.
Hier heisst es einfach warten, die hinter einem werden schon mit dem Hupen anfangen und dann werden Leute aus den Läden kommen und zu letzt kommt dann auch der fehlbare Fahrzeugführer und der Stau löst sich auf.
Es dauert eine Weile, bis ich es wieder aus der Stadt heraus geschafft.

Auch ausserhalb von Novi Pazar wird es nicht besser, ich ignoriere eine Abzweigung, da ich auf der breiten Strasse Richtung Sjenica bleiben möchte. Leider geht die breite Strasse auf eine Schotterstrasse über und ich tuckere 7km im zweiten Gang bei etwas mehr wie Standgas. Etwa 17km/h.
Endlich komme ich auf eine größere Strasse und finde da eine kleine Stelle zum Stehen.
Ich habe für heute die Schnautze voll von Menschen und Kampe in der schönen Pampa auf 1100m Hochplateau.
Ich treffe noch einen Jungen Kuhhirten, der ständig Steine auf seine Kühe wirft und gebe ihm das Bonbon von der Hochzeitsgesellschaft. Später kommt noch ein weiterer Kuhhirte und ein Schafhirte vorbei, mit denen ich mit Händen, Füssen aber auch mit der Translate App mich verständige. Der Schafhirte lädt mich zu sich im Hof ein, was ich aber dankend ablehne.
Ich mache die Hälfte des Lamms warm und esse ein Brötchen dazu 😉

Die Nacht war sehr angenehm frisch mit 11°C. Eine angenehme Abwechslung zu den fast 40°C an der Küste.
Am Morgen sehe ich Polizei mit zwei Tiefladern vorbei fahren. Beim zweiten Kaffee kommen die Tieflader wieder zurück.
Es gesellt sich auch ein Hund dazu. Einen meiner Knochen hat ihm zu meinem besten Freund werden lassen.











