Kapan

Ich parke Rosali am Seilbahn ein und mache mir erst mal einen Kaffee. Das Ticketbüro macht erst um 15 nach Zehnuhr auf und die erste Fahrt ist um dreiviertel 11Uhr.

Beim Ticketkauf muss man die festen Zeiten angeben für die Hin- und Rückfahrt.

Nachdem ich meinen Kaffee genossen habe, mache ich mich auf dem Weg zur Seilbahn. Die erste Gondel steht noch am Start und so komme ich 15min früher hoch. Es ist übrigens mit 5km die längste Seilbahn.

Die Fahrt ist echt das Geld wert 😉

Das Kloster ist nach dem Beben von 1931 neu aufgebaut worden.

Die zwei Stunden gehen ruckzuck vorbei.

Und die Gondel wartet auf die Rückfahrt. Ich gehe noch schnell einen Apfel aus dem Klostergarten holen, dann geht’s zurück.

Nachdem ich die Strasse für gut befunden habe, fahre ich die Strasse hinunter.

Am tiefsten Punkt gibt es eine natürliche Brücke, die Teufelsbrücke.

Ich nehme ein entspanntes Bad und anschließend esse ich einen gekochten Maiskolben mit Salz für 350dram. Danach gibt noch einen armenische Kaffee für 300dram. Ein Armenier bietet mir auch noch Brot mit Käse und Gurke mit Salz an. Sehr gastfreundlich 😉

Weiter geht’s den Berghinauf zu einer Aussichtsplattform.

Die Strasse ist nicht durchgehend asphaltiert. Es gibt Abschnitte, da liegt Schotter und Abschnitte wo noch gelagert wird, aber Rosali nimmt alles ganz gelassen im 2. Gang.

Wir kommen in Kapan an. Hier gibt es laut iOverlander eine LPG Gastankstelle.

Hier tanke ich 12,5kg für 5000dram auf. Eigentlich passen nur 12kg rein 😉

Kaum bin ich an der Gastankstelle und ich werde von einem Armenier auf deutsch angesprochen und auf einem Kaffee eingeladen.

Wir erzählen über Land, Leute und Reisen. Er ist Taxifahrer hier und zeigt mir ein gutes Restaurant, was ich nie gefunden hätte. Dafür lade ich ihm zum Essen ein.

Wir befinden uns sehr nahe an der Grenze zu Aserbaidschan. Russische Truppen stehen dazwischen.

Er zeigt mir auch noch gute Übernachtungsplätze in der Stadt, wie den Friedhof auf dem Hügel.

Hier sind Gräber von 1992 bis heute. Wir sehen Gräber von Gefallenen, die jetzt unser Alter hätten. Wir sehen einen alten Mann an einem frischen Grabstein heulen…

Aserbaidschan wurde nicht nur von den Türken, die Flugzeuge und Drohnen lieferten, sondern auch noch von Ukraine und Israel mit Waffen versorgt.

Für Armenier sind Iraner, Armenier und Germanen Arier. Gehören also zur gemeinsamen Rasse.

Ein Witz: Männer unterhalten sich. Da sagt der eine: Bei mir wohnen 2 Juden im Keller, die jeden Monat 10 DM bezahlen. Frägt der andere warum nur so wenig, psst, ich habe den Juden noch nicht erzählt, das der Krieg aus ist.

Früher lebten Armenier und Aserbaidschaner nebeneinander, jetzt ist es nicht mehr möglich.

Viele der jungen Toten haben nie einen Schuss abgegeben. Der Tod kam direkt vom Himmel im Form von Drohnen. Lautlos und tötlich.

Eigentlich wollte ich mit Rosali noch den Platz wechseln, aber nach dem reichlichen Abendmal bin ich müde und fahre im Dunkeln sowieso sehr ungern. Deshalb übernachte ich an der Gastankstelle.

Die Nacht ist so lala, erst zu warm, aber mit der Klima und Ventilator bringe ich die Temperatur auf 22°C herunter. Aber ab 5 setzt der Verkehr ein und ich höre ab und zu LKWs vorbei ziehen.

Bevor ich abfahre, mache ich noch einen Spaziergang durch Kapan.

Heute muss hier Schulanfang sein, alle Schulen sind geschmückt und Eltern bringen ihr Nachwuchs zur Schule.

Ein Denkmal Armeniens

Ich kehre noch in einer kleinen Imbissbude ein.

Nicht so gut wie gestern, aber mit Liebe gemacht und kostet mit Tan nur 1200dram.

Im Hinterhof finde ich auch eine Bäckerei. Vermutlich kleine Küchlein mit Füllung?

Zeit weiter zu fahren 😉

Werbung