Goris, Schule Nr6

Kaum sind wir losgefahren, verlassen wir Armenien und fahren ein kurzes Stück über Aserbaidschan.

Es sind auch Russen wieder auf der Strecke zu sehen. Nach etwa 5km kommt wieder ein Kontrollpunkt und er will mein Pass sehen. Ein zweiter steigt in Rosali ein, irgendwas stimmt mit ihm nicht und als er aussteigt sehe ich das Problem. Die Kaffeebüchse ist offen und der Kaffee teilweise verstreut-ich stinken sauer!

Klasse, ich darf jetzt den ganzen Kasten putzen, meine Stimmung steht auf Gewitter! Ich würde ihm seine Kalaschnikow am liebsten in den Arsch schieben! Die Russen vermitteln, fragen immer was Problem.

Nach über einer halben Stunde räumen, saugen, putzen und wischen ist alles wieder eingeräumt. Der Arsch von Idiot traut sich nicht mehr in meine Nähe.

Danach geht die Fahrt ins nahe gelegene Goris fort. Hier hole ich mir erst mal ein frisches Brot an einem sehr kleinen, aber sauberen Bäckerei. Zu meinem Glück ist das Brot noch warm und ich esse die Hälfte direkt 😉 Ich parke am Friedhof, wo wohl gerade eine Beerdigung war.

Goris ist für seine Mittelalterlichen Höhlen bekannt.

Das Pferd des Kuhhirten beobachtet mich.

Es gibt natürlich auch eine Kirche:

Und hinter der Kirche befindet sich der Höhlenpalast.

Eigentlich ist der ganze Berg voller Höhlen. Höhle fürs Feuer, Keller, Vorratslager, Viehstall und Wohnhöhle.

Die Gegend ist wunder schön.

Es gibt auf dem Hügel wieder eine kleine Kapelle.

Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die mein Herz erfreuen.

Oder auch gigantische Wohnungen um, auf und in einem Felsen gebaut.

Höhlen Appartement

In der Stadt gibt es natürlich auch normale Wohnungen in Häusern. Hier hat mir der Adler sehr gut gefallen.

Nachtstellplatz neben der Schule

Die Nacht war mit unter 15°C erstaunlich frisch. Wir sind nur auf 1300m und ich bin da viel Höhere Temperaturen gewöhnt. Irgendwo kommt ein frischer Wind her, für mich ideal 😉

Ich bin gerade am Kaffee aufsetzen und ein paar Müll Tüten raus bringen, als ein älterer Mann vorbei kommt. Er gibt mir Zeichen, dass ich Rosali stehen lasse und mir die Gegend anschauen soll. Ich zeige ihm Bilder das ich schon gestern die Höhlen angeschaut habe und lade ihm zum Kaffee in Rosali ein, der gerade fertig ist. So drinnen wir gemeinsam Kaffee und er deutet an, dass er mir etwas zeigen möchte.

So gehen wir gemeinsam ein paar hundert Meter, danach durch Gärten ab Häuser vorbei. Der Weg zu seiner Behausung geht durch mindestens drei anderen Häuser. Was für unsere Verhältnisse sehr gewöhnungsbedürftig ist.

Das letzt Stück geht steil bergan und ist für uns beide nicht leicht zu nehmen. Dann stehen wir vor seinem Reich.

Er hat in einem der Türme sein Heim gebaut.

Der Garten, mit mehreren Höhlen dient als Unterschlupf der Hühner und als Vorratskammer für Hünerfutter.

Die Aussicht ist wunderschön.

Ich denke mein armenischer Gastgeber ist einer der letzten Bewohner einer dieser Höhlenwohnungen, die er selber gebaut hat.

So weit wie ich verstanden habe, ist er in den 90er verwundet worden am Bein und Kopf. Trommelfell fehlt – klares durchblasen bei geschlossener Nase. Vermutlich von Druckwelle.

Aserbaidschaner und Türken und auf dem Islam ist er nicht gut zu sprechen.

Ich verabschiede mich und wünsche meinem Gastgeber alles gute in seinem Zauberhuthaus.

Kaum bin ich auf der Hauptstraße, da spricht mich der Werkstatt Besitzer an, ob ich nicht noch einen Kaffee mit ihm trinken möchte. Es zwar Automaten Kaffee, aber man sagt ja nicht nein.

Die letzten zwei Tage hier in Goris waren mehr als sehr interessant. Ich werde noch ein Weilchen daran verdauern müssen. Jetzt ist erst mal Zeit zur weiter Fahrt.

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Worotan, Aussichtspunkte

Heute geht es an der Armenischen/Aserbaidschan Grenze vorbei.

Zuerst sehe ich einen türkis Farbenen See

Dann gibts eine Militärische Straßensperre. Ich mache einen Stop und kaufe mir ein Händchen.

Das Militär sagt mir nur, dass grosse Steine auf der Strasse liege. Was damit genau gemeint ist weiss ich nicht. Vielleicht Straßensperren oder Steinschlag?

Ich Strasse führt recht genau an der Grenze entlang, manchmal auch darüber.

Erst kommt mir ein Tieflader mit Raupe in einer Kurfe auf meiner Spur entgegen und zeigt an ich soll innen Vorbei fahren.

Dann gibt es einen weiteren Grenzposten, hier laufen auch zwei Minensucher in schwersten Rüstungen herum.

Auf dem Pass mache ich eine Pause und futtere das halbe Hühnle

Kaum bin ich fertig, kommt ein älterer Mann vorbei und lädt mich zum Kaffee zu sich Zuhause ein. Er wohnt über der Strasse im einzigsten Haus hier.

Mit Händen, Russisch, Englisch und Deutsch verständigen wir uns. Nach dem sehr guten Kaffee verabschiede ich mich von der Familie.

Von hier geht es bergab. Die Kehren sind durch die LKWs recht heruntergekommen, aber langsam geht immer.

Ich finde einen kleinen Platz, etwas weg von der Strasse und beschließe hier zu bleiben.

Ich schaue mich etwas in der Gegend um und finde eine sehr schöne Decke in einem verlassenen Haus und um das Haus herum jede Menge an reifen und sehr süßen Brombeeren.

Kaum hab ich es mir im Stuhl gemütlich gemacht kommt ein Fahrzeug und stoppt hinter Rosali. Ich befürchte schon, das übliche eine freundliche, aber bestimmte Wegweisung, aber weit gefehlt.

Der Russe steht in voller Montur vor mir und sagt was auf Russisch. Beim Russen kann man nach dem Tonfall und Lautstärke erkennen was er will, hier war er ganz lieb und nett und ich hab ihm gesagt, dass ich kein Wort russisch kann.

Er holt sein Händi raus und raus kommt, ob ich was von 2 Schüssen vor 30min gehört hätte. Ich verneine. Ich habe gestern Schüsse gehört und vor zwei Tagen einen Reifenplatzer eines LKWs gehört, aber heute nichts. Der Russe bedankt sich artig und geht noch um Rosali herum und fährt weiter.

So etwas nettes und höfliches habe ich schon lange nicht mehr gehabt 😉

So verbringe ich den Abend mit Berge schauen.

Ich sitze noch gemütlich und mir fallen die Augen zu, es ist schon Stock dunkel als ich wieder im Kampingstuhl aufmache. Beim zusammen klappen des Kampingsthls höre ich ein metallisches Scheppern. Schnell Taschenlampe aus Rosali geholt, es ist eine Strebe des Stuhls – mache ich morgen.

Um 7 Uhr wache ich gut gelaunt wieder auf und schau mich draußen um, die Sonne kommt gerade übern Berg.

Ich mache mir einen Kaffee und flicken den Kampingstuhl wieder – es ist nur eine Schraube ausgebrochen. Werde daheim Unterlegsscheiben besorgen.

Danach geht’s direkt weiter.