Khndzoresk, bei den Höhlen

Bei der Ausfahrt aus Goris, wollte ich noch bei meinem Bäcker anhalten, aber er ist leider ausverkauft. Anscheinend wissen auch andere sein gutes Brot zu schätzen. Einem Bäcker weiter – ja hier gibts wirklich noch mehrere Bäcker, die selber backen – betrete ich die Backstube und ein Feuer lodert im Ofen, die Bäckers Familie ist gerade im Nebenzimmer und ich wollte eigentlich schon gehen, als eine Nachbarin dazu kommt und in die Stube hinein ruft. So komme ich zu meinem 20Cent Brot.

Auf der ersten Anhöhe mache ich einen Stop, bestelle ein Hackfleischspiess für keine 2€ und fülle meine Wasserflaschen an einer Quelle auf.

Weitergehts etwa 12km. Die letzen zweieinhalb km war eine staubige, steinige, leicht ausgewachsene Feldweg. Bei Nässe könnte es bergan rutschig werden.

Eigentlich gibt es hier einen Parkplatz, aber der ist mit zu schräg, da stelle ich Rosali lieber auf eine flaches Feld.

Hier gibt es noch eine Hängebrücke. Hier wackelt alles und schwingt. Am besten Blick nach vorne und drüber. 😉

Es gibt hier natürlich auch eine Kirche.

Zurück zu Roseli bei den letzten Sonnenstrahlen, dann gibts warmen Tee.

In den letzten Tagen ist die Temperatur deutlich gesunken. Sonst hatten wir höchst Temperaturen von 38°C, heute war es nur 23°C.

Zeit ins Bett zugehen 😉

Die Nacht war sehr ruhig und mit 16°C sehr angenehm sich im Bett rein zukuscheln 😉

Um Mitternacht muss meine Router SIMkarte mit 10GB wohl verbraucht worden sein. Ich wechsle wieder, im Router, auf die SchweizerSim da sollten im September wieder 10GB für Armenien und Georgien drauf sein.

Zum Frühstück gibt es zwei Kaffee und seit langen mal wieder weiches Ei.

Ich hab mich gestern noch gefragt, nach was hier, 10m hinter Rosali, wohl gegraben wird.

Dachte erst für Abfälle oder Abwasser, aber das sieht direkt wie einen Schützenpanzerstellung aus.

Letzter Blick auf die verlassene Höhlensiedlung. Jetzt geht’s nach Berg-Karabach auf dem einzigen Weg von Armenien aus hinein.

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Goris, Schule Nr6

Kaum sind wir losgefahren, verlassen wir Armenien und fahren ein kurzes Stück über Aserbaidschan.

Es sind auch Russen wieder auf der Strecke zu sehen. Nach etwa 5km kommt wieder ein Kontrollpunkt und er will mein Pass sehen. Ein zweiter steigt in Rosali ein, irgendwas stimmt mit ihm nicht und als er aussteigt sehe ich das Problem. Die Kaffeebüchse ist offen und der Kaffee teilweise verstreut-ich stinken sauer!

Klasse, ich darf jetzt den ganzen Kasten putzen, meine Stimmung steht auf Gewitter! Ich würde ihm seine Kalaschnikow am liebsten in den Arsch schieben! Die Russen vermitteln, fragen immer was Problem.

Nach über einer halben Stunde räumen, saugen, putzen und wischen ist alles wieder eingeräumt. Der Arsch von Idiot traut sich nicht mehr in meine Nähe.

Danach geht die Fahrt ins nahe gelegene Goris fort. Hier hole ich mir erst mal ein frisches Brot an einem sehr kleinen, aber sauberen Bäckerei. Zu meinem Glück ist das Brot noch warm und ich esse die Hälfte direkt 😉 Ich parke am Friedhof, wo wohl gerade eine Beerdigung war.

Goris ist für seine Mittelalterlichen Höhlen bekannt.

Das Pferd des Kuhhirten beobachtet mich.

Es gibt natürlich auch eine Kirche:

Und hinter der Kirche befindet sich der Höhlenpalast.

Eigentlich ist der ganze Berg voller Höhlen. Höhle fürs Feuer, Keller, Vorratslager, Viehstall und Wohnhöhle.

Die Gegend ist wunder schön.

Es gibt auf dem Hügel wieder eine kleine Kapelle.

Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die mein Herz erfreuen.

Oder auch gigantische Wohnungen um, auf und in einem Felsen gebaut.

Höhlen Appartement

In der Stadt gibt es natürlich auch normale Wohnungen in Häusern. Hier hat mir der Adler sehr gut gefallen.

Nachtstellplatz neben der Schule

Die Nacht war mit unter 15°C erstaunlich frisch. Wir sind nur auf 1300m und ich bin da viel Höhere Temperaturen gewöhnt. Irgendwo kommt ein frischer Wind her, für mich ideal 😉

Ich bin gerade am Kaffee aufsetzen und ein paar Müll Tüten raus bringen, als ein älterer Mann vorbei kommt. Er gibt mir Zeichen, dass ich Rosali stehen lasse und mir die Gegend anschauen soll. Ich zeige ihm Bilder das ich schon gestern die Höhlen angeschaut habe und lade ihm zum Kaffee in Rosali ein, der gerade fertig ist. So drinnen wir gemeinsam Kaffee und er deutet an, dass er mir etwas zeigen möchte.

So gehen wir gemeinsam ein paar hundert Meter, danach durch Gärten ab Häuser vorbei. Der Weg zu seiner Behausung geht durch mindestens drei anderen Häuser. Was für unsere Verhältnisse sehr gewöhnungsbedürftig ist.

Das letzt Stück geht steil bergan und ist für uns beide nicht leicht zu nehmen. Dann stehen wir vor seinem Reich.

Er hat in einem der Türme sein Heim gebaut.

Der Garten, mit mehreren Höhlen dient als Unterschlupf der Hühner und als Vorratskammer für Hünerfutter.

Die Aussicht ist wunderschön.

Ich denke mein armenischer Gastgeber ist einer der letzten Bewohner einer dieser Höhlenwohnungen, die er selber gebaut hat.

So weit wie ich verstanden habe, ist er in den 90er verwundet worden am Bein und Kopf. Trommelfell fehlt – klares durchblasen bei geschlossener Nase. Vermutlich von Druckwelle.

Aserbaidschaner und Türken und auf dem Islam ist er nicht gut zu sprechen.

Ich verabschiede mich und wünsche meinem Gastgeber alles gute in seinem Zauberhuthaus.

Kaum bin ich auf der Hauptstraße, da spricht mich der Werkstatt Besitzer an, ob ich nicht noch einen Kaffee mit ihm trinken möchte. Es zwar Automaten Kaffee, aber man sagt ja nicht nein.

Die letzten zwei Tage hier in Goris waren mehr als sehr interessant. Ich werde noch ein Weilchen daran verdauern müssen. Jetzt ist erst mal Zeit zur weiter Fahrt.

Lipa, Camp Oaza

Die Anfahrt war kurz, aber allein die 8km auf der einspurigen Strasse ist ein Abenteuer für sich. In jeder Kehre Hupe ich, damit der Gehenverkehr weiss, dass ich allen Platz benötige.

Die Anfahrt klappt trotzdem ganz gut.

Kurz vor einem leichten Gewitter komme ich an und richte mich ein. Abends entscheide ich mich fürs Essen im Restaurant.

Die Nacht war super. Keine Schlangen, keine Moskitos, dafür hat es sich bis 16°C abgekühlt und ich habe prima geschlafen.

Am nächsten Morgen gibt es Frühstück und ich plaudere mit zwei Deutschen noch eine ganze Weile. Kurz vor 14Uhr gehe ich zu der Höhle rauf. Der Eintritt kostet 10,90€ aber es lohnt sich. Die Höhle ist auf etwa 600m begehbar und es ist 10°C frisch. Nette Abkühlen 😉

Spontan entscheide ich, dass ich noch einen Tag hier bleibe. Der Kühlschrank ist aus, die Gasflame auf dem Herd wird immer kleiner, das heisst ich habe jetzt meine 1. Gasflasche aufgebraucht. Ich bin ja auch schon länger wie ein Monat unterwegs. Ich wechsle schnell auf die zweite Flasche und alles ist wieder gut. Die Lage hier ist einfach genial und die Aussicht der Wahnsinn.

Zum Abendessen gibt es noch einen kleinen Regenschauer. Der Zitronensaft ist selbst gemacht und schmeckt sehr gut.

Leider vergaß ich, dass die Dachlucke hinten, übern Bett offen war. Die Bettdecke ist leicht feucht und ich hänge die Bettdecke zum trocknen im Alkoven auf.

Die Nacht war gut, nur eine Lampe an der Toilette hat die ganze Nacht unnötigerweise gebrannt. Ich bin solch eine Lichtverschmutzung schon gar nicht mehr gewohnt.

Frühstück

Nach dem übigem Frühstück, entleere ich mein restliches Frischwasser im Rasen, die zweite Toilettenkassete im Klo und fahre runter zum Frischwasser auffüllen und bezahle für 2 Tage Kampen, Abendessen und Frühstück genau 38€. Dazu kaufe ich noch eine Flasche Zitronenlimonade für 7€.

Bei der Rausfahrt kurz vor der Schnellstraße gibt es noch einen Schutthaufen, da mache ich kurz halt und lass auch noch mein Grauwasser ablaufen. Jetzt hab ich alles leer und voll und bin die nächsten 2 Wochen unabhängig.